Materialien
Meine speziellen Erfahrungen mit den verschiedenen Materialien beim dreidimensionalen Gestalten
Stein
In den ersten Jahren meiner bildhaurischen Tätigkeit habe ich mich vor allem mit Stein (Sandstein, Kalkstein, Carrara Marmor) auseinandergesetzt. Zu Beginn einer Arbeit stehen Ideen, aber noch keine klar definierte Vorstellung vom möglichen Endergebnis. Ich lasse einfach den Meissel arbeiten. Dieser Prozess geht zum Glück für einen Anfänger so langsam vonstatten, dass genügend Zeit da ist, um mit dem Stein in einen Dialog zu treten im Sinne „Was soll bloss aus dir werden?“ Im glücklichen Fall nähere ich mich Schritt für Schritt Richtung stimmiger Form. Es ist noch schwer zu beschreiben, was es genau ist, wenn es zu stimmen beginnt. Jedenfalls erlebe ich solche Momente als sehr spannend, faszinierend und beglückend. Dieses Erlebnis ist die Hauptmotivation für meine bildhauerische Tätigkeit.
Ton
Im Unterschied zum Steinbildhauen wird nicht nur Material weggenommen, sondern auch hinzugefügt. Fehler können korrigiert werden. In den letzten Jahren mache ich oft zuerst Tonmodelle, eigentliche Übungsstücke, bevor ich mich an grössere Skulpturen aus Holz oder Stein wage.
Holz
Wie beim Stein wird Material abgetragen, nach dem Motto „was weg ist, ist weg“. Vor allem wenn Maschinen eingesetzt wird, kann es zu schnell gehen. Ich arbeite zwar gerne und fast ausschliesslich mit dem dauerhaften Eichenholz, aber der Trocknungs- und der damit verbundenen Schrumpfungsprozess fordert mich heraus. Seit kurzem experimentiere ich mit lasierend aufgetragen Acrylfarben auf Holz; dies zeigt das Bild Fotograf.
Bronze
Meine Bronzegüsse sind Unikate, weil sie nach dem Wachsschmelzverfahren, „dem Guss der verlorenen Form“ hergestellt werden. Ich arbeite mit Urs Lebdowicz aus Wangen a.A. zusammen, einem der wenigen Kunstgiesser der Schweiz. Bronzeskulpturen sind aufwendig, teuer, präzis, sehr edel. In diesem Material findet eine eigentliche Konzentration von Energie und Materie statt.
Gips
Angerührter Gips will schnell verarbeitet werden. Drahtmodelle und Jutestreifen bilden seine Unterlage. Das helle, fast weisse Material gibt dem Licht Gestalt und regt zur Fantasie an.